Ein Funkeln schwebt durch die Nacht

Der Freundeskreis Flüchtlingshilfe Hochdorf beim Martinimarkt 2018

Am 11. November öffnete der jährliche Martinimarkt seine Pforten und lud mit seinem wie immer abwechslungsreichen Angebot zu so manch schönen Stunden ein. Man konnte sich unter anderem bei Petitionen für den Erhalt alter Gebäude einsetzen (und dabei jede Menge Wissenswertes über die Hochdorfer Geschichte erfahren), beim Informationsangebot der Volkshochschule Esslingen Anregungen einholen oder einfach nur die zahlreichen kulinarischen Angebote genießen. Der Freundeskreis Flüchtlingshilfe Hochdorf war ebenfalls mit einem Stand vertreten und nahm mit den kleinen Bewohnern des Bergdorfs auch am Laternenlauf, einer der weiteren Attraktionen des Martinimarkts, teil. Wobei die ursprüngliche Gruppe sich überraschend vergrößerte: Die Kinder kurz zuvor eingetroffener Familien aus Syrien schlossen sich voller Neugierde spontan dem Laternenzug an.
Lange im Vorfeld wurde für das Ereignis in Team- und vor allem Handarbeit eine Reihe süßer Laternen gebastelt, die die Kinder mit sichtlichem Stolz durch die Nacht trugen – denn es war der erste Laternenlauf ihres Lebens!

Am Stand der Flüchtlingshilfe konnte man mehr über deren Tätigkeiten erfahren, leckeren Chai Tee trinken, der vor allem am deutlich kühleren Abend zur rechten Zeit kam, Kekse knabbern und sich auf einem von der „events creative GmbH“ großzügig gesponserten Großbildmonitor (vielen lieben Dank dafür!) eine umfangreiche, über 300 Bilder umfassende Dia-Show von Christian anschauen, die die Flüchtlingsarbeit von 2015 bis zum heutigen Tag dokumentierte. Ein großer Dank auch an Lutz für den verlässlichen Transport und den regensicheren Auf- und Abbau des Monitor-Equipments. Zudem war der „Verein Bildungsbewusstsein e.V.“ vertreten, der seit 2011 sozial benachteiligten Kindern in Pakistan den Schulbesuch ermöglichen will und mit leckeren, selbst gemachten, kleinen Häppchen nicht nur für sich, sondern auch für die Flüchtlingshilfe warb. Auch dafür herzlichen Dank!

Ein weiteres großes Dankeschön gilt dem Team vom Standdienst, dem Auf- und Abbauteam und all denen, die sich am Laternenumzug beteiligt hatten.

Leider hat sich aber auch gezeigt, dass sich der Zulauf etwas in Grenzen hielt, was gerade in heutigen Zeiten, in denen von Woche zu Woche immer stärker und stärker die Angst vor dem Anderen geschürt wird, zutiefst bedauerlich ist. Wer sich einmal die Zeit nimmt, eine der zahlreichen Angebote der Flüchtlingshilfe (wie das Begegnungscafé oder das Sommerfest) aufzusuchen, wird schnell merken, dass diese Menschen im Wesentlichen nicht viel anders sind als wir und dass es keinen Grund für überwiegend medial erzeugte Hirngespinste gibt. Außerdem wird klar, welch wertvolle Bereicherung die Flüchtlingshilfe für Hochdorf darstellt. Wir leben nun mal alle auf diesem Planeten und es wäre gut, die Mauern in unseren Köpfen schnell und effizient abzubauen.

Thorsten Hanisch

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