Resümee der Arbeit des Freundeskreises Flüchtlingshilfe Hochdorf

Beim diesjährigen Plenumsabend am 06. November 2019 in der Breitwiesenhalle tauschten sich aktive und ehemalige engagierte zusammen mit den Vertretern aus Kommune und den Kirchen über ihre vielfältigen Erfahrungen aus vier Jahren Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe Hochdorf aus. Ziel war ein Rückblick und die Zwischenauswertung vom Frühsommer 2015 bis November 2019.
Dabei lud zu Beginn eine über 8 m breite Plakatwand mit ihrer beeindruckenden Dokumentation der vielfältigen Aktivitäten seit 2015 die Teilnehmenden zum Erinnern und Ergänzen ein.

Die vielen Begegnungen haben uns alle bereichert.
Auf einem großen Monitor ließen wir die vielen Bilder der Aktivitäten und den Begegnungen vieler Menschen durchlaufen. Sie weckten Erinnerungen an zahlreiche Aktionen. Viele Bewohner des Bergdorfs wurden von uns bei ihrer Ankunft willkommen geheißen. Nach teilweise furchtbaren Fluchterfahrungen als Kinder und Erwachsene haben wir uns in Hochdorf um sie gekümmert und, wo es uns möglich war, unterstützt.
Bei intensiven Gesprächen in kleinen Tischgruppen mit Unterstützung durch eine erfahrene Moderatorin tauschten wir uns über unsere Erfahrungen in dieser ehrenamtlichen Begleitung aus. Übereinstimmend stellten wir fest, dass durch die ehrenamtliche Mitarbeit und das Engagement in der Flüchtlingshilfe viele Fremdheiten überwunden und auch wir Hochdorfer durch diese gemeinsame Aufgabe näher zusammengewachsen sind.

Ängste Fremden gegenüber wurden abgebaut
Dies gehörte zu den am meisten genannten Erfahrungen und sollte eine Anregung für alle diejenigen sein, die den Mut zu mehr Begegnung mit Fremden bisher nicht gefunden haben.

Viele äußere und innere Hindernisse wurden benannt.
Auch vieles, was uns bei Ausübung unseres Engagements frustriert, geärgert und erschöpft hat und auch viel mit bürokratischen Hindernissen und Barrieren zu tun hat, kam zur Sprache. Mühsam wurde versucht, Brücken für Flüchtlinge zu schlagen, was nicht immer gelang. Manchmal konnten Betroffene ihre Möglichkeiten auch nicht richtig nutzen aus Gründen, die nicht nur mit ihren persönlichen Fähigkeiten, ihrem Willen und ihren eigenen Grenzen zu tun hatten.

Welche kostbaren Erfahrungen geben wir weiter?
Jeder bekam für seinen schriftlichen Beitrag zu dieser Frage eine Blumenzwiebel zum Einpflanzen als Symbol für das, was in Hochdorf als Ergebnis der bisherigen ehrenamtlichen Arbeit weiter blühen soll.
Es gibt schon viele konkret benannte Vorhaben dazu. Sie können sich positiv auf unser ganzes Gemeinwesen auswirken. Dazu gehören Netzwerke über Partei-, Vereins-. Kirchen- und Milieugrenzen hinaus.

Die Arbeit im Bergdorf soll über 2020 hinaus weitergehen
Dieses Signal vom Landratsamt bekam Bürgermeister Kuttler auf drängende Anfrage der Ehrenamtlichen, die bisher von der Beendigung der Arbeit im Mai 2020 und anschließenden Rückbau des Bergdorfareals ausgegangen waren. Mit einigem Unverständnis reagierten sie auf die lange Phase der Ungewissheit und der Nichtinformation durch den Landkreis.
Nur wenige Tage vor dieser mit Spannung verfolgten Bekanntgabe des Bürgermeisters hatte die Steuerungsgruppe davon erfahren und beschlossen, die bestehende Struktur der Flüchtlingshilfe Hochdorf auf den Prüfstand zu stellen und für die Zeit ab Mai 2020 neu zu überarbeiten. Es gibt bereits Ideen und Vorstellungen, wie das bisherige Engagement von den Arbeitsgruppen des Freundeskreises Flüchtlingshilfe Hochdorf auch für die ganze Kommune ausgeweitet werden soll.
Damit haben alle Ehrenamtlichen die Möglichkeit, nach dieser langen Phase der Mitarbeit seit 2015 zu entscheiden, ob und wie sie sich weiter für die Flüchtlingsarbeit in Hochdorf unter neuen Rahmenbedingungen engagieren möchten oder ihre Mitarbeit beenden wollen.
Auf jeden Fall soll die Flüchtlingsarbeit stärker als bisher von ehrenamtliche auf hauptamtliche professionelle Schultern verteilt werden. Auch, weil die rechtlich relevanten Anforderungen immer komplexer und zeitintensiver geworden sind.
Mit einem Glas Sekt und einem herzlichen Dank für das Geleistete durch BM Kuttler stießen wir am Ende der Plenumsveranstaltung aufeinander an und ließen den Abend bei anregenden Gesprächen mit einem kleinen Imbiss ausklingen.

Karl Ernst Kreutter

Sprecher Freundeskreis Flüchtlingshilfe

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